Klus Park Theater

Abenteuer eines langen Lebens

Die vielen Geschichten und Abenteuer, die ein Mensch in über 70 Jahren erlebt, sind Inhalt der vierten Inszenierung des Klus Park Theaters. Der jüngste Mitwirkende ist 70 Jahre alt, die älteste wird 100 in diesem Jahr – und alle wohnen im Alterszentrum Klus Park in Zürich. Ein Stück kreiert aus Erinnerungen eines langen Lebens. Im Mai 2017 auf der Bühne.

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6 Vorstellungen im Mai

Jeweils 15 Uhr im Theatersaal

Auf der Bühne wird ein Raum geschaffen, in dem sich Menschen begegnen, die ihre persönlichen Erinnerungen teilen. Eine 17-jährige Engländerin im Nachkriegs-London, die der Einladung eines königlichen Gardeoffiziers an einen Ball folgt; eine abenteuerlustige Schweizerin, die frischvermählt auf einer Jawa 250 durch Italien reist; eine Holländerin, die im wilden Dschungel von Sumatra aufwächst; und eine 100-Jährige, die Rock’n’Roll tanzt. Im neuen Stück des Klus Park Theaters lassen uns zehn Menschen an ihren Abenteuern teilhaben.  Im Anschluss an die Vorstellung sind Sie herzlich zum Apéro eingeladen.

Samstag, 6. Mai 2017
Sonntag, 7. Mai 2017
Samstag, 13. Mai 2017
Sonntag, 14. Mai 2017
Samstag, 27. Mai 2017
Sonntag, 28. Mai 2017

Ensemble

Wie die Abenteuer begannen…

Schauspiel

Pamela Fritz, 1929

In London geboren, verliebte sich Pamela Fritz in einen schönen Schweizer, gründete mit ihm in Zürich eine Familie und baute die Literaturagentur Paul & Fritz AG auf.

Episode im Stück
«1946, ich war 17 Jahre alt, begegnete mir in London ein schöner Gardeoffizier des Königshauses. Mit seiner prachtvollen roten Uniform machte er mir grossen Eindruck und obwohl er schon etwas alt war, 22 glaube ich, nahm ich seine Einladung an einen Ball nur zu gern an.»

Meine Motivation mitzuwirken
«Schon im meiner Jugend spielte in verschiedenen Theaterstücken mit, auch Shakespeare. Als ich hörte, dass im Klus Park ein neues Stück inszeniert wird, habe ich mich gefreut und wollte auch mitspielen.»

Schauspiel

Elvira Sartori, 1932

Mit Blick auf die Brandwache in Zürich Wiedikon wuchs Elvira Satori auf, war politisch engagiert und viele Jahre Präsidentin des Kunstausschusses. In ihrem Appartement stehen lauter Stilikonen. Ihre Hutsammlung ist legendär.

Meine Motivation mitzuwirken
«Ich finde die Gemeinschaft schön und man lernt Leute kennen. Ich lebe erst seit einem halben Jahr im Alterszentrum Klus Park und dachte, das sei eine gute Möglichkeit, mich in die Gemeinschaft zu integrieren.»

Episode im Stück
«Da will ich gar nichts verraten, lassen Sie sich überraschen.»

Schauspiel

Ljudmilla Schmid, 1939

Mit 22 Jahren las Ljudmilla Schmid in Jugoslawien in der NZZ des Genossen Direktor der Jugo Tekstil, von einer Stelle als Sprachenlehrerin in der Schweiz. Kurzerhand reiste sie von Ljubljana nach Langental. Als Übersetzerin und Sprachlehrerin musste sie sich früh mit den Eigenheiten des Schweizer Dialekts auseinandersetzen. Aus einem kommunistischen Land kommend, verstand sie den Begriff «Besitz» nicht. Faule, aber begabte Schüler trieben sie auf die Palme. Riz Colonial (Riz Casimir) war für sie eine Offenbarung und die slowenische Sprache bezeichnet sie als Orchidee.

Meine Motivation mitzuwirken
«Mich fasziniert der Zustand des Zugewanderten. Ich glaube, Sprachsinn und Spürsinn sind wichtig, dass man übersetzen kann, dass man verstanden wird und die anderen versteht. Das ist ein Lebensprozess, den ich auch im Theater zeigen möchte.»

Episode im Stück
«Auf die vielen sprachlichen Missverständnisse, die mir begegnen sollten, war ich nicht vorbereitet. Aber die Schweiz habe ich lieben gelernt.»

Schauspiel

Rose Marie Wyder, 1939

Schon als junges Mädchen liebte Rose Marie Wyder das Theater. Der eigene Geruch im Schauspielhaus, die schönen Kostüme und die bewegenden Geschichten faszinierten sie, und so besuchte sie in feine Kleider gehüllt alle grossen Aufführungen. 1948 war sie das erste Mal in der Schweiz als Rotkreuz-Kind – eine schlimme Erinnerung. 1960 reiste sie, um Französisch zu lernen, nach Grenchen. Zwar ist die Stadt bilingue, doch fast alle Einwohner sprechen Deutsch. Anstatt Französisch lernte sie ihren künftigen Mann kennen. Sie lebte im brasilianischen Dschungel, wanderte auf dem Jakobsweg, lief von Rom nach Assisi und durch ganz Norddeutschland – rund 4000 Kilometer.

Meine Motivation mitzuwirken
«Ich wollte das schon immer mal. Seniorentheater finde ich genial! Das hier ist eine besondere Herausforderung, weil ich meine eigene Geschichte erzähle. In meinem Leben gibt es viele verschiedene Leben – und darin stecken viele farbige und glückliche Geschichten.»

Episode im Stück
«Dass 21 Kilogramm definitiv zu schwer für einen Rucksack ist, erfuhr ich am eigenen Leib auf meiner ersten Etappe auf dem Jakobsweg. Die Distanz war nicht das Problem, aber die Steigung in den Pyrenäen war einfach zu viel mit diesem Gewicht. Allein im Wald, mitten in der Nacht, erlebte ich mein erstes Wunder dieser Reise.»

Schauspiel

Viktor Maier, 1929

Als Junge wollte Viktor Maier lieber ein Pferd statt heiraten. Zum Glück schloss das Eine das Andere nicht aus. Er ritt und fuhr Ski bis 73 und war länger als ein halbes Jahrhundert Mitglied im Hobbykochklub. Mit einem schönen alten Mercedes fuhr er an die Côte d’Azur, wurde aus Witz schon als Sportarzt vorgestellt und erlebte immer wieder erstaunliche Abenteuer.

Meine Motivation mitzuwirken
«Im ersten Stück, dem Krimi ‚Madonna und die Leiche im Park‘, habe ich den Koch gespielt. Im zweiten Stück ‚7 Frauen, 1 Mann und der Hauswart‘ war ich auch auf der Bühne und habe von meinem schweren Reitunfall erzählt und dem Glücksgefühl, als ich das erste Mal wieder auf mein geliebtes Pferd steigen konnte – das war wie Weihnachten! Bei der jetzigen Inszenierung mach ich mit, weil ich Freude am Spielen habe.»

Episode im Stück
«Da gibt es so viele, ich muss mich erst noch entscheiden.»

Schauspiel

Doris Hartmann, 1929

Die grossen Wanderungen mit ihrem Vater prägten die Kindheit von Doris Hartmann. Sie stand junge Frau auf dem Jungfraujoch und war überwältigt ab der Schönheit der Natur. Bereits mit 20 Jahreerklomm sie die Dufourspitze. Sie war mitverantwortlich für den personellen Aufbau des Stadtspitals Waid, zog zwei Töchter gross und belegte in späten Jahren verschiedene Kurse an der Volkshochschule.

Meine Motivation mitzuwirken
«Ich habe früher mit Freuden bei Laienspielen mitgewirkt. Theaterspielen macht Spass und jetzt lockt es mich wieder! Gemeinsam mit Mitbewohnern Erinnerungen hervorholen, finde ich spannend und herausfordernd.»

Episode im Stück
«Mit einer grossen Portion Abenteuerlust fuhren mein Mann und ich gleich nach der Hochzeit auf unserer Jawa 250 los Richtung Palermo. Es folgten einige spezielle Erlebnisse auf unserer Reise, bis uns in Palermo eine unerwartete Ehre zu teil wurde.»

Schauspiel

Ruth Müller, 1928

1930 zog Ruth Müller mit ihren Eltern in die Schweiz. Ihr Vater war Schweizer, ihre Mutter Deutsche. Als Kind spielte sie Räuber und Poli auf dem Gelände der alten Spinnerei Wettingen. Im Zeugnis stand, Ruthli schwatze zu viel. Später, im Erwachsenenalter, hatten die Männer grosse Freude an ihren schön formulierten Protokollen. Ruth liest viel, mag unter anderem Philip Roth und Carl Zuckmayer. Thomas Hürlimann, Urs Widmer und Martin Suter regen sie eher auf.

Meine Motivation mitzuwirken
«Ich sah Madonna und die Leiche im Park auf Video – es war so lustig! Als 2012 ein neues Stück aufgeführt wurde, wollte ich auch mitmachen. Ich habe darin von meinen schlechten Kochkünsten erzählt. Daher war für mich klar, dass ich auch heuer mit von der Partie bin. Es ist schön, wenn man von früher etwas erzählen kann.»

Episode im Stück
«Mal schauen.»

Tanz

Betty Porter, 1917

Schon als Mädchen wollte die Baslerin Betty Porter immer nur das Eine: tanzen! Mit 14 sagte sie der Mutter, sie gehe der Tante, die im Tanzlokal arbeitete, an der Garderobe helfen. Dort angekommen, verschwand sie auf der Tanzfläche und tauchte erst wieder auf, nachtem die Musik verstummt war. Sie stand schon für verschiedene Tanztheater auf der Bühne. Bei Charleston und Rock’n’Roll blüht sie richtig auf!

Meine Motivation mitzuwirken
«Tanzen ist mein Leben.»

Episode im Stück
«Verraten werde ich nicht viel, aber…»

Schauspiel

Elisabeth Zollikofer, 1929

Die Holländerin Elisabeth Zollikofer ist auf einer Gummibaumplantage im Urwald auf Sumatra aufgewachsen. Sie studierte Innenarchitektur an den Kunstgewerbeschulen in Amsterdam sowie Rotterdam und beschäftigte sich das ganze Leben mit Farben, Formen und Materialien.

Meine Motivation mitzuwirken
«Nur aus Zufall platzte ich in die erste Probe und bin dann gleich geblieben. In den beiden bisherigen Inszenierungen von Laurent Schönherr spielte ich auch mit. Bei der letzten musste ich eine Woche vor der Premiere ins Spital und konnte leider nicht mitwirken. Dieses Mal hingegen werde ich auf der Bühne stehen!»

Episode im Stück
«Am Mittag, als unsere Eltern schliefen, machten sich meine Geschwister und ich ohne Erlaubnis mit den Fahrrädern auf, um den indonesischen Dschungel zu erkunden. Das Hauspersonal behielt – wie das loyale Angestellte so machen – unsere heimlichen Abenteuerreisen für sich.»

Schauspiel

Hedwig Klug, 1927

Hedwig Klug wuchs im Oberaargau in einem Altersheim auf, das ihre Eltern führten. Nach der Ausbildung zur Krankenschwester verliebte sie sich. Sie und ihr deutscher Mann hatten in den Nachkriegsjahren mit Anfeindungen und Vorurteilen zu kämpfen. Zum Glück kann Liebe alles überwinden. Das Paar eröffnete am Hottingerplatz in Zürich ein Uhrengeschäft. Sie führten es bis zur Pensionierung.

Meine Motivation mitzuwirken
«Für mich ist die Theaterproduktion einerseits eine Herausforderung, andererseits eine schöne Abwechslung. Obwohl ich – auf meinen Wunsch hin – nur im Hintergrund dabei bin, hoffe ich, diesen Ansprüchen zu genügen.»

Medien

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